Was normal ist
Das Saisonprofil zeigt, was ein Tag erwarten lässt – und die Zeitachse reicht jetzt in die Zukunft.
Ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gut? Kommt darauf an. Wenn das Geschäft insgesamt um 30 Prozent gewachsen ist, war dieser Zeitraum eher schwach. Wenn das Vorjahr durch einen Sondereffekt verzerrt war, sagt der Vergleich vielleicht gar nichts. Ein einzelnes Vorjahr ist ein wackeliger Maßstab.
In diesem Monat hat Pythia gelernt, was „normal“ bedeutet.
Das Saisonprofil
Statt nur ein Vorjahr zu kopieren, baut Pythia die Erwartung aus mehreren Vorjahren – bis zu fünf, als Vorgabe drei. Jüngere Jahre zählen mehr als ältere: Das Gewicht halbiert sich mit jedem Jahr zurück. So bleibt die Erwartung nah an der Gegenwart, ohne von einem einzelnen Jahr abzuhängen.
Das Entscheidende ist aber die Skalierung. Ein Vorjahr, in dem das Geschäft nur halb so groß war, taugt als Form, nicht als Höhe. Deshalb rechnet Pythia jedes Vorjahr auf das heutige Niveau hoch.
Der Anker
Woher weiß Pythia, wie viel größer das Geschäft heute ist? Aus den acht Wochen direkt vor dem betrachteten Fenster. Diese Wochen werden mit denselben Wochen des jeweiligen Vorjahres verglichen. Das Verhältnis ist der Niveaufaktor, mit dem das Vorjahr hochgerechnet wird.
Die hochgerechneten Vorjahre liegen danach nicht exakt aufeinander. Ihre Spannweite wird zum Korridor an der Kerze: Liegt das Ist innerhalb, war der Zeitraum im Rahmen dessen, was frühere Jahre auch gezeigt haben.
Normal ist nicht das Vorjahr. Normal ist das, was die letzten Jahre auf heutigem Niveau erwarten lassen.
Ehrlich über die eigenen Grenzen
Jede Erwartung bringt einen Hinweis mit: welche Jahre genutzt wurden, mit welchem Faktor, und welche weggefallen sind.
Zwei Fälle bekommen besondere Aufmerksamkeit:
- Aufbaujahre: War ein Vorjahr noch in der Aufbauphase, ist sein Faktor sehr groß. Solche Jahre werden schrittweise abgewertet und zählen ab einem bestimmten Faktor nicht mehr. Sonst würde ein kleines frühes Jahr die Erwartung nach oben treiben.
- Kurzer Anker: Ist das Fenster viel länger als der Anker – etwa ein ganzes Kalenderjahr gegen acht Wochen Nebensaison –, sagt Pythia das und empfiehlt, den einfachen Vorjahresvergleich danebenzuhalten.
Der Blick nach vorn
Weil die Erwartung aus der Vergangenheit kommt, lässt sie sich auch für Tage berechnen, die noch nicht stattgefunden haben. Die Timeline reicht deshalb über den letzten Datentag hinaus. Die Kennzahl-Kachel trennt sauber: Erwartung bis heute und Ausblick für den Rest des Fensters.
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