Kaufwetter
Was Regen mit dem Umsatz macht: ein Index aus Wetter und Saison.
Der Mai war schwach. Lag es am Wetter – oder an uns? Im Handel mit Garten- und Saisonware wird diese Frage jedes Frühjahr gestellt, und meistens bleibt sie eine Meinung. Pythia soll daraus eine Messung machen.
Wetter als Datenquelle
Zuerst braucht es Wetter, und zwar so, dass es zum Geschäft passt. Pythia speichert für jeden Tag Temperatur, Sonne, Regen und Wind – als Ist und als Prognose für die nächsten 16 Tage. In der Timeline lassen sich diese Reihen einblenden: das Ist durchgezogen, die Prognose gestrichelt.
„Deutschland“ ist dabei kein einzelner Messpunkt. Pythia bildet ein gewichtetes Mittel aus 19 Regionen – den 16 Bundesländern und drei Nachbarländern –, gewichtet nach Einwohnern und Kaufkraft. Ein Sommertag in einer dicht besiedelten Region zählt damit mehr als einer in einer dünn besiedelten. Setzt man einen Länderfilter, folgt das Wetter dem Filter.
Der Kaufwetter-Index
Wetter allein sagt noch nichts. Interessant ist, was es mit dem Kaufverhalten macht – und das ist je Sortiment verschieden. Hitze treibt Pools und Sonnenschirme, bremst aber vielleicht Rasenmäher. Deshalb misst Pythia den Zusammenhang je Cluster.
Das Ergebnis ist der Kaufwetter-Index: 100 bedeutet saisonüblich. Liegt er darüber, hat Wetter dieser Art in der Vergangenheit mehr Umsatz gebracht als zur Jahreszeit erwartet, liegt er darunter, weniger. Weil es Wetterprognosen gibt, reicht der Index auch in die kommenden Tage.
Wetter erklärt einen messbaren, aber kleinen Teil der Schwankung. Das ist weniger, als man im Frühjahr gern glauben möchte – und genau deshalb lohnt es sich, es zu messen.
Ehrlich gerechnet
Ein Index, der sich seine eigenen Daten schönrechnet, ist nichts wert. Pythia prüft den Kaufwetter-Index deshalb mit ausgelassenem Jahr: Er wird ohne ein Jahr berechnet und muss sich an genau diesem Jahr bewähren. Gibt es für eine Wetterlage zu wenige Tage, greift der Gesamtwert; gibt es für ein Sortiment zu wenige Daten, gibt es für dieses Sortiment eben keinen Index.
Eine eigene Seite zeigt die Wetterklassen, ihre Faktoren und die Prüfung je Jahr. Der Index lässt sich per Knopf neu kalibrieren, wenn neue Daten dazugekommen sind.
Was noch kommt
Heute ist der Kaufwetter-Index eine eigene Ebene neben der Erwartung. Dass er die Erwartung an der Kerze direkt korrigiert, ist geplant, aber noch nicht gebaut – ebenso ein Index je Bundesland und eine bessere Behandlung extrem heißer Tage.
Im nächsten Monat: Konsumklima, ifo, Inflation – und die Frage, ob sie wirklich etwas erklären.